Ballonfahrten gestern und heute

 
Die Faszination des Ballonfahrens ... sie hat seit zweihundert Jahren nichts von ihrer Macht eingebüßt.
 

Das dritte der letzten fünf großen Abenteuer ist inzwischen für alle greifbar geworden, die ein wenig Mut, Abenteuerlust und vor allem den Willen mitbringen, den ihnen angestammten Lebensraum Erdboden wenigstens für eine kurze Zeit hinter sich zu lassen. Sei es, um ihn einfach mal aus etwas Abstand zu betrachten oder ihrem irdischen Dasein für einen Moment zu entfliehen.

 
Als die Gebrüder Montgolfier 1783 in Paris ihren ersten bemannten Ballon starteten, mußten sie den Bauern, in deren Weingarten sie landeten, mit reichlich Champagner über ihren Schreck hinweghelfen. Den Champagner haben wir auch heute immer noch dabei, nun aber für die Ballonfahrertaufe unserer Gäste. Nach ihrer ersten Fahrt erheben wir unsere neuen Ballonfahrer in den Stand des Ballonadels, denn nach einem Erlass Ludwig das XVI. ist das Ballonfahren allein dem Adel vorbehalten. Nach vielen Jahren Dominanz der Gasballone hat eine rasante Entwicklung der Technik unsere jetzigen Ballone und Brenner hervorgebracht.
 

Inzwischen sind wir sicher wie im Großraumflieger.

 

 

Ein wenig anders, etwas spannender als im Flieger ist es gottlob aber doch. So machen der Ballonfahrer und seine Gäste heute immer noch einige grandiose, unvergleichliche Erfahrungen. Das Gefühl, nahezu frei zwischen Himmel und Erde zu schweben, entsteht wohl erst durch die Ruhe und unbegrenzte Rundumsicht. Manchmal begegnen uns Vögel Aug in Aug, manchmal schauen wir den fliegenden Adler von oben, alles was sich auf der Erdoberfläche bewegt sowieso. Die Variation der Fahrhöhe erlaubt uns sehr verschiedene Sichtweisen auf unsere Welt. Geben uns 150m etwas Überblick mit doch vielfältigen Details, sind 1500m schon mitten im Himmel.

 

Und sommertags alles im T-Shirt. Wir sind genau so schnell wie der Wind. Das bedeutet, es ist im Korb fast immer völlig windstill. Das und die warme Luft in der Ballonhülle sorgen auch in der Höhe für angenehme Temperaturen. Besonders in der warmen Jahreszeit erzeugt die hochstehende Sonne am Tage oft kräftige Thermik. Wegen dieser Thermik finden Ballonfahrten nur in den Morgen– und Abendstunden statt, wenn die Sonne weniger Kraft hat. Im Herbst und Frühjahr verschiebt sich durch den tieferen Sonnenstand alles mehr zur Tagesmitte und im Winter ist das Ballonfahren den ganzen Tag möglich. Das und meist sehr gute Sicht machen die Winterzeit ebenso interessant für das Ballonfahren. Sie ist daher wie die sommerlichen Abendfahrten für die Langschläfer besonders geeignet.

 

Ich würde mich freuen, Sie bei einer meiner nächsten Fahrten als Gast begrüßen zu dürfen und ich versichere Ihnen, dieser Tag wird Ihnen noch lange in aller bester Erinnerung bleiben.